Westtünnen wird ein Stadtteil der Stadt Hamm

Eine historische Vereinbarung im Oktober 1967

Vor fünfzig Jahren wurde der Anschluss der Gemeinde Westtünnen an die Stadt Hamm besiegelt.

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Es unterschreiben: Oberbürgermeister Dr. Günter Rinsche, Bürgermeister Kappelmann, Oberamtsrat Friedrich -W. Bause, Ratsherr Heinz Weischer.

 

                                       GEBIETSÄNDERUNGSVERTRAG

Zwischen der Stadt Hamm und der Gemeinde Westtünnen

Die Stadt Hamm – auf Grund des Beschlusses des Rates der Stadt vom 29. September 1967 –

und die Gemeinde Westtünnen – auf Grund des Beschlusses des Rates der Gemeinde  vom 29.September 1967-

schließen gemäß § 15 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein Westfalen vom28. Oktober 1952 (GS. NW. S. 167) folgenden Gebietsänderungsvertrag.

(Präambel des Vertragswerkes.)

Lange Verhandlungen waren zum Abschluss gebracht worden, ein Gebietsänderungsvertrag  zwischen der Stadt Hamm und der Gemeinde Westtünnen konnte  im Oktober 1967 –vor genau fünfzig Jahren – abgeschlossen werden. Damals ein Tag der Freude, der Gemeinderat hatte die Entscheidung einstimmig gefällt, das Dorf stand fast geschlossen hinter dem Beschluss, der vieles veränderte. Die Aufgabe der Selbstständigkeit der flächenmäßig  großen Gemeinde mit einer geringen Einwohnerzahl  und die Abtretung des „Rhynerberges“ an die Großgemeinde Rhynern/Uentrop konnte durch die Realisierung mehrerer  dringender Infrastrukturmaßnahmen mehr als kompensiert werden. In einer Anlage zum eigentlichen Vertrag wurden folgende Investitionen  festgeschrieben:

  • 377 500, – DM für den Weiterbau von Entwässerungseinrichtungen
  • 575 000, – DM für den Ausbau der Dorfstraße (Von – Thünen – Straße)
  • 95  000,-  DM für den Neubau eines Wohnhauses und eines Aufenthaltsraumes

am Westtünner Sportplatz.

Ferner wurde vereinbart, dass die Schulen – durch die gleichzeitige Schulreform wurde in Westtünnen die kath. Volkschule zur Hauptschule und die ev. Volkschule Grundschule – entsprechend ihrer neuen Aufgaben ausgebaut werden. Natürlich auch, dass die noch vorhandenen Finanzmittel in Westtünnen eingesetzt werden.

Nach 50 Jahren muss man sagen, dass diese eigenverantwortliche Entscheidung damals absolut richtig war, auch mit dem Blick auf das schon diskutierte große Neugliederungsgesetz für den Bereich Münster/Hamm. Die vereinbarten Baumaßnahmen sind durchgeführt worden, der neue Stadtteil Westtünnen konnte sich durch viele Baugebiete weiter vergrößern, ohne seine aktive landwirtschaftliche Struktur zu verlieren. Der CDU Ortsverband Westtünnen verschaffte sich schnell einen guten Ruf in den kommunalpolitischen Gremien der Stadt Hamm und im Bezirksausschuss Westtünnen. Ein überdurchschnittlich gute Kita Situation, zwei Schulen und das Sportzentrum des HSC 08 prägen heute eine Gemeinde, die zur Kernstadt in allen Bereichen gut vernetzt ist, die aber auch durch ihr aktives Vereinsleben im privaten und kirchlichen Bereich ein hohes Maß an Eigenleben bewahrt hat.

Ja, eine nachhaltig, positive Entwicklung, aber mit viel Augenmaß und  vor allem eigener Initiative gestaltet, so stellt sich heute der Stadtteil Hamm – Westtünnen da