Emmausgang durch die Felder in Drechen

Ein Osterspaziergang rund um die Drechener Kirche mit Ostergeschichten aus dem Johannesevangelium unter Mitwirkung des Posaunenchors

Es ist ein christlicher Brauch beider Konfessionen, der an den österlichen Gang der Jünger zur Osterzeit nach Emmaus erinnern soll. Emmaus bedeutet übersetzt so viel wie „warme Quelle“ und ist eine Stadt nahe Jerusalems.

Dieser Gang am frühen Ostermontag  beschreibt einen Gang der Gläubigen, der von Gebeten und Gesängen begleitet wird. Heute wird dieser Brauch vor allem im Süden wie im Westen Deutschlands sowie in Österreich praktiziert.

Der Gang nach Emmaus stammt aus dem Lukas-Evangelium. Das Lukas-Evangelium berichtet, dass nach der Auferstehung Christi zwei Jünger diese anzweifeln. Voller Zweifel brechen diese daraufhin nach Emmaus auf. Auf dem Weg schließt sich ein Fremder ihrer Wanderung an, den sie nach einiger Zeit als Jesus entlarven. Die Erfahrung der beiden Jünger, dass Jesus, der Auferstandene, mit ihnen ging, während sie einander über ihre Hoffnungen und Enttäuschungen sprachen, ermutigt seither immer wieder Christen, gemeinsam einen Weg zu gehen und sich dabei von ihrem Leben zu erzählen – und miteinander daran zu glauben, dass Jesus selber mitgeht. Sie erfahren dabei oft, dass ihnen hinterher manches in einem anderen Licht erscheint, dass ihnen „die Augen aufgehen“, ähnlich wie den beiden Jüngern. Da der betreffende Abschnitt aus dem Lukasevangelium am Ostermontag im katholischen Gottesdienst gelesen wird, ist der Ostermontag der Tag für den Emmaus-Gang.

In Rhynern – Drechen lebt diese  Tradition seit einigen Jahren als Gemeinschaftswerk von Gemeinde, Posaunenchor und dem Förderverein „Altes Pastorat“ wieder. Beginn an der kleinen Drechener Kirche, Rundgang durch Wiesen und Felder mit entsprechenden Andachtstationen, von Pfarrerin Anne Liberal textlich gestaltet und vorgetragen. Als Abschluss dann für alle ein Frühstück im Alten Pastorat. Der Weg war in diesem Jahr mit einem neuen, symbolhaften Holzkreuz auf dem Friedhof besonders geschmückt. Mit der Kettesäge von Inge Schnübbe-Volle aus einem Baumstamm geschnitten, kann man den Zusammenhang des Menschen mit dem Kreuz und die Hinwendung zum Licht erahnen.

Christliches Brauchtum,  Osterspaziergang von und für die gesamte Gemeinde,  verbindet sich hier im ländlichen Bereich zu einem gemeinsamen, christlichen Erleben.